Berlin, 03.09.19: Nach den AfD-Wahlerfolgen in Brandenburg und Sachsen hält FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki die Ausgrenzung ihrer Wähler für gescheitert und rät zu einem offeneren Umgang mit ihnen.
Es werde «nicht ausreichen, die AfD nur auszugrenzen und zu denunzieren», sagte der Bundestagsvizepräsident der «Passauer Neuen Presse».
«Wir müssen offener und kommunikativer mit der AfD und ihren Wählerinnen und Wählern umgehen, nicht alles immer automatisch als rechtsradikal brandmarken, was einem nicht gefällt.» Es brauche mehr Argumentation und eine konstruktive Auseinandersetzung.
Die Menschen wollten bezahlbaren Wohnraum, öffentlichen Nahverkehr, eine Perspektive für sich und ihre Region.
Viele fühlten sich ausgegrenzt, in eine rechte Ecke gestellt, in die sie nicht hineingehörten.
«Unsere Politik der radikalen Abgrenzung hat nicht geholfen - im Gegenteil.
Sie hat eher geschadet», folgerte Kubicki.
Die AfD war bei beiden Wahlen zweitstärkste Kraft geworden, während die FDP den Einzug in die Landtage jeweils verpasst hatte.